Lösungsvorschläge im Überblick

Zusammenfassung der Lösungsvorschläge aus den Detailartikeln.

Zur Lösung der meisten Aufgabenstellungen, die gerade diskutiert werden, braucht es keine Änderungen im Urheberrecht. So gut wie alle Themen entstehen durch Probleme in anderen Bereichen, die sich auf das Urheberrecht, bzw auf die Nutzung von Werken auswirken. Es macht wohl eher Sinn, diese Probleme auch dort zu lösen, wo sie entstehen.

  • Forderungen der Wirtschaftskammern gegen die Patentamtspraxis durchsetzen
  • Förderung technischer Projekte zum Schutz der Privatsphäre
  • Neujustierung des Begriffs der Gewerblichkeit
  • Förderung der freiwilligen Nutzung von besseren Lizenz- und Geschäftsmodellen
  • Leermedienabgabe gemäß Gemeinschaftsrecht
  • Weiterbildungsmaßnahmen für Film- und Musikschaffende

 

Die Forderungen der Wirtschaftskammern gegen die Praxis der Patentämter durchsetzen

Die Patentämter haben längst den Vertrieb von Medieninhalten als "Geistiges Eigentum" an Patentinhaber verkauft. Auch wenn die Gültigkeit dieser - gegen geltende Gesetze - erlassenen Patente im Ernstfall zweifelhaft ist. Durch die Erteilung dieser Patente blockieren sie nicht nur die innovativen KMUs in Europa, sie blockieren auch den Zugang der Kunst- und Kulturschaffenden zu ihrem Markt.

Förderung technischer Projekte zum Schutz der Privatsphäre

Ein adequater Schutz der Privatsphäre von Internetbenutzern löst die Probleme, die durch das Abmahnunwesen und P2P-Filesharing entstehen. Wenn wieder privat ist, was privat sein sollte, dann verschwinden auch jene Probleme, die durch das Fehlen der Privatsphäre verursacht werden.

Technisch sind diese Lösungen umsetzbar. So lange die Politik sich jedoch nicht klar zum europäischen Urheberrecht und dem Schutz der Privatsphäre bekennt, fehlt die wirtschaftliche Motivation für eine Verbesserung der Technik.

Noch besser wäre eine Förderung entsprechender Projekte. Allerdings eine, die auch für innovative Kleinstunternehmen tauglich ist.

Neujustierung der Gewerblichkeit

Der Begriff der Gewerblichkeit tendiert automatisch dazu, durch die Gerichte aufgeweicht zu werden. Dies sollte wieder neu justiert und harmonisiert werden.

Förderung der freiwilligen Nutzung von besseren Lizenz- und Geschäftsmodellen

Gerade heimische Kunst- und Kulturproduktionen werden meist aus öffentlichen Mitteln mitfinanziert. Eine Förderung von Nutzungsvereinbarungen, welche den Ansprüchen einer vernetzten Gesellschaft rechnung tragen, wäre hier einfach. Hier gibt es auch bereits Vorreiter, die zB die Nutzung von Creative Commons bewusst fördern.

Ein Vorteil, auf die freiwillige Nutzung hin zu arbeiten, ist dass sich darüber auch die Wertschätzung gegenüber den Urhebern, die auf diese Lizenz- und Geschäftsmodelle setzen, aufbauen lässt.

Für diese Förderung sollte in die Vertragsverhältnisse zu Verwertungsgesellschaften eingegriffen werden, damit diese ihren Künstlern die Freiheit der Wahl der Lizenz ermöglichen müssen.

Leermedienabgabe gemäß Gemeinschaftsrecht

Zur Abgeltung der Kopie bzw. Nutzung im privaten Rahmen ist die Leermedienabgabe gemäß EuGH/Padawan ausgewogen und ausreichend.

Weiterbildungsmaßnahmen für Film- und Musikschaffende

Die präkere Situation der Film- und Musikschaffenden ist vor allem darauf zurück zu führen, dass fast 20 Jahre lang keine ernst zu nehmenden Versuche unternommen wurden, ihre Inhalte im Internet zu vermarkten.

Sieht man sich das Niveau aktueller "Künstlerinitiativen" an, so ist klar, dass schwere Wissensdefizite vorhanden sind, die sogar der korrekten Übernahme fertig formulierter IFPI-Positionen im Weg stehen. Film- und Musikschaffende scheinen sich das schlechteste aus allen Welten heraus gesucht zu haben: Sie sind ohne Zugang zum Markt Abhängig wie Angestellte, produzieren aber mit dem Riskio Selbstständiger.

Um die Verhandlungsposition von Film- und Musikschaffenden zu stärken, sollten ihnen entsprechende Bildungsangebote, welche wirtschaftliches Grundlagenwissen vermitteln, zur Verfügung stehen.