Fair-Use ist keine Lösung, nur ein Problem mehr

Fair use Bestimmungen nach US-Vorbild wären ein weiteres Einknicken gegenüber der US-Außenhandelspolitik zu Lasten der, von dieser Politik sowieso schon schwer angeschlagenen, innovativen europäischen Betriebe, denen damit eine weitere Möglichkeit genommen wird in diesem Markt überhaupt aktiv zu werden.

Privatsphäre statt (Un-)Fair-Use

Das Problem des Fair-Use ist, dass es nicht nur abgeleitete Werke umfasst sondern zu weit ausgelegt wird. Sie erlauben es Anbietern, sich auf die Aussage: "Wir sind nur technische Dienstleister, unsere User betreiben fair-use über unsere Server" zurück zu ziehen. Über die massive Konzentration von Inhalten auf diesen Plattformen konzentrieren sich dort auch die Benutzer.

Die momentane wirtschaftliche und politische Macht von Systemen wie Facebook oder Youtube ist eine direkte Auswirkung dieses Un-Fair-Use.

Eine Anpassung des Urheberrechts an die Geschäftsprozesse der US-Firmen vertieft nur die aktuellen Probleme.

Diese Un-Fair-Use Regelungen zu übernehmen, blockiert jegliche Entwicklung zu innovativeren Produkten, die den höheren juristischen Standards in Europa gerecht werden können.

Die überwiegende Menge an negativen Effekten, für deren Lösung "Fair Use" im Gespräch ist, lässt sich durch einen praxistauglichen Schutz privater Kommunikation beheben.

Bis dort hin sollte bei der gewerblichen Nutzung von Inhalten kein Unterschied darin bestehen, ob der Nutzer sich diese Inhalte selbst kopiert, oder sie von seinen Nutzern auf seine Systeme kopieren lässt.

Förderung alternativer Lizenzen

Alternative Lizenzen, die explizit entsprechende Freiheiten - wie zB das Remixen -  erlauben, sollten bewusst gefördert werden. Ihre Nutzung sollte jedoch freiwillig, und nicht durch gesetzlichen Zwang erfolgen. Dadurch kann auch die gesellschaftliche Wertschätzung der Urheber, die sich dazu entschliessen aufgebaut werden.

Allerdings sollte auch die Praxis von Verwertungsgesellschaften, die Freiheit ihrer Mitglieder bei der Wahl von Lizenzen für ihre Werke zu beschränken, geändert werden.