PM 16.06.03: SCO vs. Linux - SCO versäumt selbstgesetzte Frist

Wie der Mutterkonzern in den USA hat auch SCO Deutschland mehrfach -
über Internet, in Presseerklärungen und in persönlichen Briefen an große
Linux-Anwender - die Anschuldigung erhoben, der freie Betriebssystemkern
Linux enthalte unzulässigerweise Teile des unter ihrem Copyright
stehenden SCO-UNIX.

Noch am 28. Mai versprach SCO gegenüber dem Verein zur Förderung Freier
Software Österreich (FFS) auf Anfrage, bis spätestens 13. Juni Beweise
für diese Behauptungen vorzulegen. Seitdem ist es von Seiten SCO
allerdings immer stiller um dieses Thema geworden: Am 30. Mai wurde die
Website, auf der die Behauptungen veröffentlicht waren, kommentarlos vom
Netz genommen, und SCO Deutschland wurde per einstweiliger Verfügung
untersagt, die Anschuldigung unbewiesen aufrecht zu erhalten. Nicht
einmal die selbst gesetzte Frist 13. Juni wurde genützt, um Beweise
vorzulegen. Glaubt inzwischen SCO Deutschland selbst nicht mehr an die
Wahrheit der Beschuldigungen?

Der Verein zur Förderung Freier Software will die Sache damit aber
nicht auf sich beruhen lassen: "Wir wollen und dürfen nicht zulassen,
dass große ausländische Konzerne ihre Marktposition durch unbewiesene
Behauptungen stärken wollen, während sich die unzähligen Klein- und
Mittelbetriebe in Österreich, die auf Linux gesetzt haben, sich den
Verleumdungen ausgesetzt sehen." sagt Mag. Georg Jakob, Vorsitzender
des FFS. "Wir erheben daher den in Österreich durch diese Kampagne
entstandenen Schaden und sind dabei, den Geschädigten zu helfen, die
Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche zu organisieren."

In den USA behauptet SCO nicht nur Urheberrechts- sondern auch
Patentverletzungen im Linux-Betriebssystemkern, eine allerdings ebenso
unbewiesene Aussage. In diesem Zusammenhang weist Jakob auch ganz
besonders auf die Gefahr hin, die von einer Legalisierung von Software-
und Ideenpatenten in Europa ausgehen würde: "Software- und Ideenpatente
sind das Damoklesschwert der Computertechnologie. In den USA, wo
Softwarepatente jetzt schon erlaubt sind, sind die Klein- und
Mittelbetriebe innovationsmäßig gelähmt, da es unmöglich ist, ein
Programm zu schreiben, das nicht eines von tausenden in den USA
bestehenden Softwarepatenten verletzt. Software- und Ideenpatente
bedeuten für die großen Konzerne die Möglichkeit, Fortschritt zu
verhindern.

ber den Verein zur Förderung Freier Software:

Der Verein zur Förderung Freier Software (http://ffs.or.at) wurde
im Jahre 2001 als gemeinnützige Organisation gegründet,  um als
Ergänzung zu den weltweit agierenden Organisationen die Interessen
der Anwender und Entwickler von Freier Software in Österreich zu
vertreten.
Neben der Mitwirkung in verschiedensten Projekten zur Unterstützung
des Einsatzes Freier Software im privaten, geschäftlichen und
öffentlichen Bereich sieht sich die ständig wachsende Anzahl von
Mitgliedern auch zunehmend dazu berufen, die rechtlichen Grundlagen
für die Erstellung, Verwendung und Weiterentwicklung Freier Software
in Österreich zu sichern und auszubauen.

--
Reinhard Müller
Verein zur Förderung Freier Software
http://www.ffs.or.at